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walkabout-japan
Tag 18
Sake am Morgen vertreibt Kummer und Sorgen
GPS: N 32°, 50. 573' E 131°, 43.066'
Ort: Shigeoka
Etmal: 21 km
Total: 407 km
Ich habe bei einem Tempel im dunklen Wald genächtigt, wo nachts
um 4:00 Uhr die Kami (Geister) der Yamabushi (Bergkrieger)
in Form einer Schleiereule ein riesen Gekrächtze angezettelt
haben. Nun ja, jedenfalls als ich um 6:30 Uhr aus dem Wald
vom Spatengang (Morgentoilette) komme, schlurft mir aus der
anderen Seite des Waldes ein winziger uralter Priester entgegen.
Beide sind wir komplett perplex. So stehen wir uns da gegenüber;
ich mit schrecklich bunten Freeclimber-Hosen, Sturmhaube auf
der Platte und `ner Rolle Klopapier in der Hand und er in
traditioneller Kleidung (Hakama) und `nem Beutel. Ich erkläre
mich, er grinst, macht seinen Beutel auf und schenkt mir 0,2
l Sake in einen Pappbecher ein (Oh - Sake guuuut gegen Kälte!),
dann schleppt er mich (ich werde langsam schwindlig) in den
Tempel und zieht seine Zeremonie durch, der ich beiwohnen
soll. Danach lade ich ihn zu meinem Zelt auf einen heißen
Grünen Tee ein, den er dankend schlürft. Nach diesem Morgen
muss ich im nächsten Nudelladen ein umfangreichen Brunch (8:30
Uhr) zu mir nehmen. Ich bestelle Nudeln, werde aber nicht
satt und will gerade zwei Onigiri (wie Nussecken nur aus Reis)
bestellen, als die Serviererin mit zwei Onigiri zu mir kommt.
"Service!" Als auch diese in meinem Magen verschwunden sind,
liebäugele ich mit einem Kaffee, als der Chef aus der Küche
kommt und mir selbst einen frisch gerösteten Kaffee bringt
(ohne Bestellung). Ich bin einigermaßen irritiert und schaue
an mir herunter, hm unauffällig rieche ich unter meinen Armen,
hm auch nichts. HM? Ich bestelle noch einen Bento (Lunchpaket)
und will bezahlen. "0 ¥ Service!" Ziemlich fertig und unter
1.000 Verbeugungen des Dankes verlasse ich den Laden. Wahrscheinlich
sollte ich jeden Morgen mit Sake und Gebet beginnen...
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