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Tag 20
Ryokan

GPS: N 32°, 57.634' E 132°, 46.578'
Ort: Enko-Ji, 39. Tempel
Etmal: 21 km
Total: 449 km
In der Nähe des 39. Tempels der 88. Tempel Pilgertour von Shikoku finde ich ein traditionelles japanisches Gasthaus, ein Ryokan für 6.000 ¥ (50 Euro). (Der Buddhist Kukai wandelte vor 1.200 Jahren über 88 Tempel und fand Erleuchtung. Heute machen über 100.000 Pilger - O-Henro-san- jährlich diesen Trip, um Vergebung bittend. Wer viel "Mist" gebaut hat, so wie ich, macht die Tour gegen den Uhrzeigersinn.) Na jedenfalls, ein Ryokan ist wie Wohnen bei einer Familie mit eigenem Zimmer. My favourite nach fast drei Wochen Eiseskälte: - das kochend heiße Sento - das Gemeinschaftsbad. Meine Wäsche wird natürlich auch sogleich von Mama-san in die Waschmaschine geschmissen - die steht wie üblich draußen, ich laufe mit den Ryokan eigenen Klamotten rum: "Bademantel", wattierte Jacke und Holzlatschen. Da die Bude proppe voll mit Pilgern ist, die in ihren weißen Klamotten, spitzen Strohhut, Wanderstock und Glöckchen zu erkennen sind, bekomme ich meine "Variationen" von Sushi, Sashimi und Essiggemüse mit Bier und Sake aufs Zimmer serviert. Der komatöse Schlag folgt fast augenblicklich nach dem mit süßen Soja gefüllten Reiskuchen und Gembai-Cha (Tee mit Poppreis). Was mich allerdings seit meiner Bundeswehrzeit immer wieder aufs neue ziemlich irritiert - auf Berghütten und eben scheinbar auch Pilgerhütten-, ist die Tatsache, dass die Leute mitten in der Nacht (5:00 Uhr) mit Krawall anfangen. Wahrscheinlich haben sie Angst, dass bei Morgendämmerung die Berge bzw. Sünden verschwunden sind. Hmmm Grrrr


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