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walkabout-japan
Tag 22
"Alles wird gut!"
GPS: N 33°, 02.050' E 133°, 01.697'
Ort: Ogata
Etmal: 23 km
Total: 489 km
Nachdem mir gestern und in der letzten Nacht buchstäblich
der Himmel auf den Kopf gefallen ist, weckt mich um 5:00 Uhr
ein Hahn in der diffusen Nähe, der sich eine geschlagene Stunde
damit abquält, mit einem Gekrähe Marke "Kehlkopfkrebs im Endstadium"
die regenschwangere Dunkelheit zu vertreiben. Um 6:00 Uhr
kommt dann der offizielle Weckruf aus verborgenen Lautsprechern...
Es schüttet immer noch, also köchel ich mir etwas frustriert
eine Nudelsuppe. Nudeln in Japan muss man schlürfen, zutschen
und schlabbern, sonst saut man sich mächtig ein (zumindest
nur mit Stäbchen). Das gehört zu den guten Tischsitten, genauso
wie das Hochziehen, wenn die Nase läuft (heiße Suppe, kaltes
Wetter, Nase tröpfelt). Nase putzen ist nicht, denn solche
Geräusche machen nur Schweine. Also merken: immer schön zutschen,
schlabbern und schniefen! Abends: 23 km weiter. Mittlerweile
scheint die Sonne schon wieder seit zwei Stunden, blauer Himmel.
Ich campiere zwischen versumpften Reisfeldern und komme gerade
aus einem Onsen (wie Sento, nur kommt das kochende Wasser
aus der vulkanischen Erde) und labe mich im Zelt an Pfannkuchen
mit Ei und Krabben, frittierten Oktopusarmen in Biermantel
und kleinen Fischen, die in einer dickflüssigen Marinade aus
Honig-Soja-Sesam eingelegt sind. Der Mond geht gerade auf
- alles wird gut!
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