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Tag 23
Fliegeralarm, die ersten 500 km und ein Überfall

GPS: N 33°, 08.254' E 133°, 07.478'
Ort: Kuboshinokawa
Etmal: 23 km
Total: 512 km
"Fliegeralarm!" ist mein erster Gedanke, als die Sirene
auf dem 20 m entfernten Onsendach losgeht. Der "irre Kim"
hat's getan...! Als ich mich endlich aus den Schlafsäcken gewühlt habe, bin ich in der Wirklichkeit angekommen, und
der allmorgendliche Bimmelweckruf geht allerorts los.
Good morning Jaaapaaan!
Nach drei Stunden Latscherei habe ich die ersten 500 km abgelaufen. Tja, wie geht's mir? Gut! Die Finger sind mit den
üblichen schmerzenden Trockenrissen übersäht (die Kälte!),
der Rucksack! Hm ja, ein gutes Camel darf man solange
"beladen" bis es nicht mehr jammert. Ich jammere nicht mehr!
Die Füsse schmerzen abends immer noch. Einmal habe ich weiche Einlegesohlen gekauft. Am nächsten Abend haben
dann die Füsse und das rechte Knie weh getan. Ich habe die
Teile weggeschmissen, jetzt schreien die Füsse wieder nur
"Aufhören"! Die letzten Nächte bin ich immer mit Magenkrämpfen wachgeworden. Nachdem ich im Onsen auf
der Waage gewesen bin, ist klar warum. Der Magen schreit:
"Feed me!" (7kg in 21 Tagen verloren, zuviel!)
In Kobokawa stoppt mich dann die Kripo in Zivil. Nun ja, als Deutscher wird man ja schon mit einer Kollektivschuld geboren
und hat so immer ein schlechtes Gewissen. ... Erdbeben,
Regen... können sie mir nicht beweisen! Das ist es auch
nicht! Ich bin eben einkaufen gewesen und habe 4 Rollen
Klopapier gekauft, aber nur eine mitgenommen (3 liegenge-
lassen)! Gestern Nacht hat es am Onsen einen Überfall
gegeben, ob ich etwas gehört hätte (20m von meinem Zelt
weg, auf der anderen Seite des Flusses). Nö! (das gibt mir
jetzt sicherheitstechnisch doch zu denken!)
Oh, draußen schneit es höllisch...ich will mehr Frühling!


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