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walkabout-japan
Tag 24
Ein Wintermärchen
GPS: N 33°, 16. 612' E 133°, 10.478'
Ort: Kageno
Etmal: 23 km
Total: 535 km
Eigentlich bin ich ja nach Japan gekommen, um den
Frühling zu finden: Jetzt habe ich den Winter gefunden.
Aus dem heftigen Schneefall ist eine Art "Blizzard"
geworden, der durch das Hochtal fegt. Schnee mit
Eisregen. Zwei Mal muss ich raus, um das Zelt zu
enteisen, sonst wäre es zusammengebrochen. Dann
gegen 22:00 Uhr wird ein leiser Schneefall daraus.
Deshalb bin ich unter anderem hier, allerdings sollten
die dicken Flocken eigentlich das Ende der Kirschblüte
einläuten und nicht Neuschnee -"Sakura". Egal,
das
feine Geräusch auf dem Zeltdach zusammen mit dem
unwirklichen Licht des Vollmondes, der über dem
Schneetreiben kalt und bleich schimmert, lullen ganz
schön ein...Das Aufstehen ist dann schon wieder eher
ein Problem, denn es ist übel kalt. Das Zelt hängt
auf
halb Acht - der Schnee. Im Innenzelt fängt das
Kondenswasser ein Eigenleben an und läutet meine
Morgendusche ein. Widerlich!
Einige Zeit später schleppe ich mich gerade an einer
übel befahrenen Straße durch einen Bambuswald -
immer wieder aufs Neue total schön (!!!) -, als der
eiskalte Wind Schnee und Eis von den Blättern fetzt
und mich in einem Regen aus Diamanten weiterlaufen
lässt. Zumindest sieht es so aus gegen die Sonne und
dieses leise Geräusch, wenn sie auf den Boden
schlagen. Es ist da, man muss es nur sehen (wollen)!
OK, OK der Abstieg ist ätzend gewesen - 16 km an
einer Straße ohne Rast. Rechts geht es steil runter,
links steil rauf und diese Tunnel. Nach dem letzten
wieder eine Stadt. Ich liege mit meinem Zuhause am
Strand, und nach einem langen Gespräch über das
Pilgern mit Opa und Hund (klar) bei den letzten
Sonnenstrahlen des Tages, kommt dieser plötzlich mit
Makrele auf Reis und frischen Erdbeeren zurück.
Einfach so...!
Es ist Vollmond und den Frühling kann ich wohl
vergessen. Die Kälte zehrt...!
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