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walkabout-japan
Tag 27
Im Frühregen in die Berge wir zieh'n, Fallera!
GPS: N 33°, 30.194' E 133°, 34.184'
Ort: Kochi am Strand
Etmal: 23 km
Total: 603 km
Gestern hat es ja einen Schauer gegeben, ja ja, und der hält
noch an. So werde ich am Ostermontag (fällt hier sowieso
aus) vom Trommeln des Schauers wach. Langsam geht mir der
Regen wirklich auf die Nerven, nicht weil er nass und ätzend
ist, sondern weil ich die Kameras nicht heraus holen kann.
Es gibt unendlich viele wunderschöne Tempel hier...
Egal, der letzte Tag auf Shikoku am Strand und jetzt ab in
die Berge, Fallera und Marsch, Marsch!
Was die Tempel und die 88 Tempel Tour angeht, so scheine
ich der einzige Spinner zu sein, der noch läuft, alle
anderen sitzen in Bussen, der Bahn oder haben sich in Ryokans
versteckt. Soweit das Ding mit dem Pilgern und Reue
zeigen...
Etliche Stunden habe ich dann im Regen noch verplempert,
um Spiritus aufzutreiben.
Ganz schön schwierig in Japan. Fündig bin ich dann
in einem Beauty Salon geworden. Ich habe dort 99,5 % Alkohol
bekommen. (Na denn Prost, Fallera). Offiziell haben sie mir
den verkauft, weil ich Doc bin und so, aber ehrlich, so wie
ich momentan aussehe und rieche, wollten die mich nur los
werden (wo soll man denn bei dem Wetter die Klamotten waschen,
geschweige denn trocken bekommen??).
Im Dauerregen geht es weiter gen Berge, die irgendwo hinter
Regenschwaden stecken. Ich wanke durch eine(n) Stadt(teil),
die die übrig gebliebene Ausgeburt einer industriellen,
apokalyptischen Horrorvision von Megapolis des 19. Jahrhunderts
sein könnte. Hinter mir verschwindet Kochi unter einer
wattierten Wolkenwand, die es wie ein Leichentuch zudeckt.
Na denn, Fallera!
Jetzt campe ich an einem idyllischen Fluss ohne Krach am
Fuss der Berge bei einem Dorf, dass ebenfalls ans 19. Jahrhundert
erinnert. Zuckerbrot und Peitsche eben. Aber ich liiieeebe
das.... Der Regen hat übrigens aufgehört. Irgendwo
singt eine Nachtigall, etwa 20 Grad (plus!). Klasse! Fallera.
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