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walkabout-japan
Tag 28
...und noch ´n Priester mit Sake
GPS: N 33°, 36.751' E 133°, 42.923'
Ort: Tosayamada
Etmal: 23 km
Total : 626 km
Schon die ruhige, trockene Nacht lässt auf den Tag hoffen
und wahrlich, die Sonne glüht vom wolkenlosen Firmament.
Wie gesagt, im Frühtau in die Berge und so. Nach
ausgiebigem Frühstück in einem Laden, der O-Bag
heißt, zockel ich dann so durch Wälder und kleine
Orte an einem hellgrünen Fluss auf die mächtigen
Berge zu. Als ich da so um eine Kurve komme, bastelt gerade
ein Priester in traditioneller Kleidung an einem Buffet rum
(einfach so mit 2 l Flasche Sake natürlich). Lila Hosenrock,
weiße Wickeljacke, weiße Tabis
und Getas. Wir sehen uns gleichzeitig und müssen so dermaßen
lachen, dass wir kein Wort sagen können. Wir gniggern
uns eine ganze Weile an, ehe ich mich vorstellen
kann und er mir erklärt, dass er eine Zeremonie vorbereitet.
Mächtig formell und so, an der Straße mit weißer
Tafel,
weißen Girlanden ..und Sake natürlich. Ich will
also weiter,
als er hinterher gelaufen kommt und mir 3.000 ¥ schenkt,
für Sake heute Abend, es wird kalt. Das kann ich diesmal
nicht ablehnen.
Also, den gesamten Betrag mit Sake zu versilbern, hätte
mich zwei Tage ins Koma versetzt und so kommt ein Abendessen,
an einem See heraus:
Sashimi mit rohem Knoblauch, dazu Reis mit Sojabohnen
(roter Reis), weiterhin in Honig eingelegte kleine Süßwasseraale
mit Haselnüssen, danach Süßkartoffelcretons
gefüllt mit Oktopusstückchen und bestreut mit getrocknetem
und geraspelten Tunfisch (himmlisch, im wahrsten Sinne tatsächlich
irgendwie ein "Himmlisches Essen"). Die in Honigsesamtunke
eingelegten Algen habe ich nicht mehr geschafft (gleich zum
Frühstück), aber die Möhre und die Pampelmuse
sind noch reingegangen. Jetzt ist es fast dunkel und ich genehmige
mir den "Weißen Sake" (so etwas wie Weizenbier,
nur eben Sake). Na denn Prost, wie ich bereits gestern erwähnt
habe: heute Zuckerbrot.
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