walkabout-japan
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Tag 39
Zwei Welten: eine lang, eine breit.

GPS: N 34°, 12.904'
E 135°, 34.341'
Höhe. 885 m
Ort: Koya unter dem Daimon Temple
Etmal: 31 km
Total: 867 km
Nirgendwo auf dem "Weg" sind mir die zwei Welten Japans
so deutlich geworden wie hier auf dem Berg Koya. Nachts ertönen die Gongs der Tempel, das rhythmische Klappern
der Gesangshölzer und die gesungenen Litaneien zusammen mit dem Röhren frisierter Automotoren und aufgebohrter Motorradauspuffe, die auf den Bergstraßen endlose Rennen fahren. Der feine Duft von Räucherstäbchen wird
geschwängert vom Gestank der Dieselabgase unzähliger Busse, die Pilger hierher karren, um ihr Programm in drei Minuten abzuhaken (Als ob man IHN bescheißen kann!?)
Der Weg nach unten in die andere Welt führt durch ein wunderschönes, einsames Tal - und er ist lang. Nichts zu trinken, nichts zu essen. Nach 6 km steht ein Schild: 19km
nach Hashimoto (die andere Welt). Nach 19 km mitten im
Wald noch eines: 6 km nach Hashimoto. Rätseln über mathematische Spielchen fällt mir mit knurrendem Magen
und verklebtem Gaumen schwer, also weiter. Allerdings wie gesagt, zwei Welten, und überhaupt ist ja bekanntlich jeder
Tag 24 Stunden lang aber manchmal unterschiedlich breit...
Da ich auf fast 1.000 m Höhe keinen Frost mehr gehabt
habe, trenne ich mich von 7 kg Winterausrüstung und schicke sie auf die Reise zurück in das Traumland der meisten Menschen. Wenn die wüßten...!


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