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Tag 46
Wenn ich die See seh, brauch` ich kein Meer mehr

GPS: N 34°, 29.517'
E 136°, 41.150'
Ort: Ise
Etmal: 23 km
Total: 1031 km
Alle Städte sind gleich, schiebt sich mir ins Hirn, als ich mit verklebten Augen auf die Uhr schaue. 5:15 Uhr und 50 m weit weg spielen zwei Idioten Tennis auf einem Parkplatz im Halbdunkel, weil... jetzt ist er frei. Ein paar Minuten später kommt die Hundekackeliga. Im Halbschlaf reflektiere ich die letzte Nacht in Ise. Ich lag noch lange mit dem Zelteingang
offen wach und hatte mein "TV" - der Zelteingang.
Vor mir spielte sich eine unwirkliche Welt ab. Auf der Brücke über den Fluss stand wieder die Blechkarawane in beide Richtungen - eine rot, die andere weiß. Darüber thronte wie
ein UFO die hell erleuchtete Tanke, bei der ich mein Wasser geholt hatte. Dröhnende Musik erschallte über den Fluß und
das ewige Gebimmel vom Tankstellenhändi (über Lautsprecher!). 50 m weiter vom Zelt entfernt, spielt ein voll breiter Typ auf einem Alt-Saxaphon Miles Davis - unirdisch schön. Über allem donnert das Wuuuppp Wuuupp der
Apachee-Kampfhelikopter der NDF, die über den Bergen
üben. Viiiel später fahren die "Auspufflosen" wieder Rennen
auf der Brücke, weil ....jetzt ist sie frei.
.... 22.012 Schritte später...
Die Sonne geht in einem blutroten Ball über dem Meer unter.
Ich liege im Zelt am Strand und genieße das Rauschen der Wellen und der vorbeifahrende Schiffe. Bin eben doch ein Küstenkind. Wenn ich die See seh, brauch` ich eben kein
Meer mehr. Herrrrrlichhhh!


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