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walkabout-japan
Tag 69
Epizentrum...
GPS: N 37°, 08.247'
E 138°, 45.776'
Höhe: 137 m
Ort: Tokamachi
Etmal: 29 km
Total: 1592 km
Nachdem ich wieder einmal genug über das kalte Wetter
gewinselt habe, bemerke ich, dass irgendwie mit der Geometrie
der Umgebung rein gar nichts mehr stimmt. Irgendwie ähnelt
nach dem Überqueren einer Brücke alles Bildern von
Escher. Nichts geht mehr, aber es funktioniert doch...
Linker Hand beult sich der Abhang gefährlich auf, und
irgendwie ist alles, was gerade sein sollte, schief. Den totalen
Horror bekomme ich auf einem Plateau, auf dem ein Tunnel
(ja genau, ein Tunnel wegen der Schneewehen im Winter) gebaut
ist, durch den ich muss. Die Straße verläuft in
Wellen durch den Tunnel, der Bürgersteig ist weggebrochen
und
Meter große bodenlose Löcher klaffen überall.
Leider merke
ich das alles erst so richtig, als ich mitten drin stecke.
Danach ist teilweise die Straße nur notdürftig
ausgebessert. Es sieht
so aus, als ob sich alles um einen Meter nach rechts dem
Fluss entgegen bewegt hat, und einen Meter abgesackt ist.
Das folgende Dorf ist komplett zerstört: die Urgewalt
eines Erdbebens im letzten Oktober hat dieses Dorf buchstäblich
geplättet: Epizentrum.
Ojiya, die anschließende Stadt weist überall Spuren
dieses verhehrenden Bebens auf. Mir wird ziemlich nachdenklich
zumute, als ich die Straße gegenüber meines Schlafplatzes
auf dem "zerbeulten" Deich durchs Fernglas begutachte:
Auf 200 m ist der Berg wie mit einem Beil abgehakt worden...die
Straße darunter ist verschwunden. Es regnet wieder einmal...
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